Wissenswertes über Legasthenie

Was ist Legasthenie?

Unter Legasthenie versteht man eine spezifische Problematik beim Erlernen des Lesens und Schreibens, die biogenetisch bedingt ist. Das bedeutet, dass die betroffenen Kinder über eine normale oder sogar überdurchschnittliche Intelligenz verfügen, aber aufgrund unterschiedlicher Sinneswahrnehmungen Schwierigkeiten haben, Buchstaben und Wörter korrekt zu verarbeiten.

Wichtig ist die Unterscheidung zur **Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)**. Eine LRS kann erworben sein – etwa durch psychische Belastungen, Schulwechsel, Krankheit oder mangelnde Förderung. Die Symptome sind oft ähnlich, aber der Trainingsansatz unterscheidet sich.

Woran erkenne ich Probleme?

Erste Anzeichen können schon im Vorschulalter auftreten, werden aber oft erst in der Volksschule deutlich:

  • Schwierigkeiten beim Reimen oder Silbenklatschen.
  • Verwechseln von ähnlich klingenden Lauten (b/p, d/t, g/k).
  • Verwechseln von ähnlich aussehenden Buchstaben (b/d, p/q).
  • Auslassen oder Hinzufügen von Buchstaben beim Schreiben.
  • Stockendes Lesen, Raten von Wörtern.
  • Schnelle Ermüdung bei Hausaufgaben, Bauchschmerzen vor der Schule.

Der AFS-Ansatz

In meinem Training arbeite ich oft nach der AFS-Methode, einem ganzheitlichen Ansatz:

  1. Aufmerksamkeit: Das Kind muss lernen, seine Aufmerksamkeit auf das Tun (Schreiben/Rechnen) zu fokussieren.
  2. Funktion: Training der Sinneswahrnehmungen (visuell, auditiv, Raumorientierung).
  3. Symptom: Gezieltes Üben an den Fehlern beim Lesen, Schreiben oder Rechnen.

Tipp für Eltern

Loben Sie die Anstrengung, nicht nur das Ergebnis! Wenn Ihr Kind eine Stunde lang geübt hat, ist das ein Erfolg, auch wenn das Diktat danach noch Fehler enthält.

Mythen

"Das verwächst sich schon noch."

Nein. Unbehandelte Legasthenie führt oft zu großem Leidensdruck und Schulangst. Je früher die Förderung beginnt, desto besser.